Sinusbodenelevation



Die sog. Sinuslift - Operation wird von vielen Patienten gefürchtet. Zu unrecht, wie wir meinen!

In der Hand des Experten, stellt der Sinuslift eine der sichersten Methoden zum Knochenaufbau im Seitenzahnbereich des Oberkiefers dar!

Die wissenschaftliche Datenlage und unsere über 20 jährige positive Erfahrung mit dieser Methode bestätigen diese Aussage.

Der Sinuslift ist immer dann notwendig, wenn der Restknochen im Oberkiefer z. B. durch die Ausdehnung der Kieferhöhle in seiner Höhe reduziert ist. Man geht heute davon aus, dass eine Implantatlänge von 11 mm (bei entsprechend großem Implantatdurchmesser, > 4,1 mm) für die sichere und lanzeitstabile Verankerung von Implantaten notwendig ist.

In vielen Fällen ist diese Restknochenhöhe aus anatomischen Gründen oder durch den vorausgegangen Verlust von Zahn- und Knochensubstanz nicht mehr vorhanden.



Abb. 1: Patientenfall mit reduzierter Knochenhöhe im Oberkiefer (Seitenzahnbereich); die Restknochenhöhe ist für das Einsetzen von Implantaten zu gering. Der Boden der Kieferhöhle muss operativ nach oben verlagert werden (Sinuslift-Operation).




Die Mindesthöhe muss also operativ wieder hergestellt werden. Der Kieferhöhlenboden muss entsprechend nach oben verlagert werden („Sinus-Lift“)



Abb. 1: Röntgenbild nach 4 Jahren Implantatfunktion: Verlagerung des Kieferhöhlenbodens nach oben (Sinuslift), Einbringung von Knochenmaterial. Nach Abheilungsphase wurden die Implantate eingesetzt und später mit Kronen versorgt.

Wie dieses Röntgenbild eines Patientenfalles zeigt, wurde Raum für den Knochen durch die Verlagerung des Kieferhöhlenbodens nach oben geschaffen. Das Einbringen des Knochenmaterials hat nach der Abheilung das Einbringen der Implantate erst ermöglicht. Die Implantate werden in den neu aufgebuaten Knochen eingesetzt und später mit einzelnen Kronen versorgt. Abb 2. zeigt das Röntgenbild des Patientenfalles nach einer Funktionsdauer von mehr als 4 Jahren. Die Patientin konnte durch diese Methode von ihrer Teilprothese befreit werden.



Operationsmethoden


Prinzipiell unterscheidet man die
geschlossene Operationsmethode (n. Summers 1994) von der offenen Technik (n. Tatum 1986).

minimalinvasiv - geschlossene Methode

Die
geschlossene, auch „minimalinvasive“ Methode genannt, ermöglicht eine Anhebung des Kieferhöhlenbodens über den Bohrstollen des Implantats mit speziellen Elevatoren.
Diese Methode sollte nur angewendet werden, wenn genügend Restknochenhöhe vorhanden ist. Die Original-Operationsmethode (
Summers 1994) und eigene Erfahrungen haben gezeigt, dass hiermit eine sichere Anhebung des Kieferhöhlenbodens um ca. 3 Millimeter möglich ist.

Folgende Abbildung, entnommen aus dem Lehrbuch
„Checkliste - Implantologie“ (Autoren: Cacaci, Neugebauer, Schlegel, Seidel, Thiemeverlag) verdeutlicht die Vorgehensweise.



Abb. 3: Schema der Vorgehensweise aus „Checkliste - Implantologie“ (Cacaci et. al); nach der Implantatbohrung bis kurz vor dem Kieferhöhlenboden wird mit speziellem Instrumentarium der Kieferhöhlenboden ein wenig angehoben.



Diese Methode gilt als „minimalinvasiv“, weil die Anhebung des Kieferhöhlenbodens vom Bohrstollen des Implantats aus geschieht. Das Anwenden dieser Methode verursacht keine zusätzlichen Beschwerden, wie Schwellungen oder Schmerzen. Das Ausmaß der Knochenhöhen-Gewinnung ist jedoch limitiert.



offene Methode


Die offene, klassische Operationsmethode wurde vom Amerikaner Tatum 1984 vorgestellt. Sie wird von uns seit 1993 sicher angewendet.
Die Operationsmethode zeichnet sich durch den seitlichen Zugang zur Kieferhöhle vom Mundvorhof aus. Sie ist sehr komplikationsarm und eine hervorragende Methode um einen vertikalen Knochenaufbau im Oberkiefer-Seitenzahnbereich durchzuführen. Die folgende Schemazeichung, entnommen aus dem Lehrbuch
„Checkliste - Implantologie“ (Autoren: Cacaci, Neugebauer, Schlegel, Seidel, Thiemeverlag) verdeutlicht die Vorgehensweise:


Abb 4:
a: die Schleimhaut wird vom Restkieferknochen abgehoben
b: von der Kieferseite wird die Kieferhöhle schonend eröffnet, ohne die Kieferhöhlenschleimhaut zu verletzen
c: die Kieferhöhlenschleimhaut wird schonend vom Boden der Kieferhöhle gelöst und somit der Hohlraum für die Knochenmasse geschaffen
d: in vielen Fällen können Knochen und Implantate gleichzeitig eingesetzt werden; der Zugang von der Seite wird wieder verschlossen


Durch die Anhebung des Kieferhöhlenbodens entsteht ein Hohlraum, der mit Knochenmaterial aufgefüllt werden kann. In vielen Fällen können Knochen-Ersatzmaterialien vermischt mit Eigenblut verwendet werden, so dass eine Knochenentnahme an anderer Stelle nicht mehr notwendig wird.
Die Heilungszeiten sind in der Regel hierbei länger.

Nicht in allen Fällen können aber Knochen-Ersatzmaterialien verwendet werden: Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass bei einer Rest-Knochenhöhe von nur 2 Millimetern
nur Eigenknochen (Entnommen vom Beckenkamm oder Unterkiefer) eine sichere Knochen-Basis für die Implantate darstellt.
Bei diesen Ausgangssituationen müssen wir vorzugsweise Eigenknochen größeren Umfangs vom Unterkiefer oder aber vom Beckenkamm entnehmen.
Welche Entnahmestelle die geeignete ist hängt immer vom persönlichen Fall ab.

Seit 2008 gibt es statt der Eigenknochen-Entnahme eine schonendere Alternative: Stammzellen - Therapie


Diese Vereinfachung hat die Sinuslift-Operation revolutioniert!

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